VI. Zusammenfassung

Aufgrund unserer Erfahrungen mit bestmöglicher Paarungskontrolle (Handbesamung) wissen wir, dass Reinzucht bei Zuchtpopulationen der Honigbiene, in der Form  wie sie heute in der Regel in der Literatur dargestellt und in der Praxis propagiert wird, aufgrund der Inzuchtanfälligkeit der Honigbiene zu keinem Erfolg führt und nicht möglich ist. Nicht bei der Carnica, auch nicht bei der Ligustica, der Buckfast oder sonstwo. Die (bei Züchtern verhaßte!) Paarungsbiologie der Honigbiene demonstriert uns eindeutig das Bedürfnis des Bienenvolkes nach genetischer Vielfalt sowie den Drang das fremde (heterosisbringende) Erbgut aufzusuchen.

  • Die drei sich ergänzenden Zuchtwege der Buckfastzucht (das ständige Wechselspiel von gezielter Kreuzungszucht, Kombinationszucht sowie Reinzucht der erzielten Ergebnisse) tragen diesem Bedürfnis Rechnung -bewußt und kontrolliert!

  • Die Unzulänglichkeiten der meisten sog. Reinzuchtbelegstellen (auch der Inselbelegstellen?) sowie die Unzulänglichkeiten der Züchter selbst tun dies auch, -unbewußt und zufällig!

Ich hege den Verdacht, dass eine systematische Überwachung der Abstammungsangaben per genetischem Fingerprinting aller angeblichen Reinzuchten (unabhängig der Rassenzugehörigkeit) das Haus der fanatischen Reinzucht zum schnellen Einsturz bringen würde. Damit würden alle Bienenzüchter, auch die derzeitigen Carnica Reinzüchter, in gewisser Weise zu Kreuzungs- und Kombinationszüchtern. Viel Diskussion umsonst?


Februar 2000

Paul Jungels

Ewicht Gaass 1A

L-9361 Brandenbourg


______________________________

Vergleiche auch:   "Der Buckfastimker",4/97 Seite 49 oder www.apisjungels.lu, "Gefahren der genetischen Erosion ....."



Seite  7 / 7



Home/Index             Unsere Imkerei         Bienenprodukte         Züchtung         Pubikationen       

ApisJungels  ©