Der eigene Wachskreislauf, eine weitere Hilfestellung

Paul Jungels

Das Problem ist eigentlich unsichtbar für das bloße Auge. Und genau hier liegt die Gefahr! Fettlösliche Rückstände irgendwelcher Varroabehandlungsmittel, Beutenanstriche, Wachsmottenbekämpfungsmittel u.a. reichern sich im Wabenwachs an, falls nicht entschieden und gezielt gegengesteuert wird. Laut einer rezenten Untersuchung in Österreich auf Varroabehandlungsmittel (Dr. Fila, Dr. Moosbeckhofer im Auftrag des ÖIB, 2000)  waren in 99 Wachsproben Fluvalinate (65 %), Brombrophilate (29 %) und Cumaphos (7 %) nachweisbar.

Ein gesundes Bienenvolk schwitzt im Jahr problemlos zwischen 500 und 1000 g. an reinem Bienenwachs aus. Es errichtet also seinen gesamten Wabenbau neu, ohne Ertragseinbußen wie oft behauptet wird. Wird das Wachs nicht benötigt, so wird ein Großteil davon als Gemüll aus dem Stock getragen. Wer Varroamilben auszählt, kennt die Wachsschuppen auf der Einlage. Das wertvolle Neuwachs geht verloren, die alten belasteten Waben bleiben im Bienenvolk.
Seit der Veröffentlichung unserer Ergebnisse "
Die Praxis des offenen Wachkreislaufes", letz. Beienzeitung 3/98, wird das Thema auch in der luxemburger Imkerschaft diskutiert. Viele Nachfragen von verunsicherten Imkerkollegen, sich berufend auf irrsinnige Interpretationen der erwähnten Veröffentlichung, lassen den Verdacht aufkommen, dass offensichtlich einiges falsch verstanden wurde.  Die in Hohenheim bei  Dr. Wallner in Auftrag gegebenen Wachsanalysen hingegen sprechen eine klare Sprache. Aus diesem Grunde und auf ausdrückliche Bitte unserer Vorstandschaft nochmals einige zusätzliche Erläuterungen und Denkanstöße.

Die Betriebsweise an sich ist nicht neu, sie wurde von Br. Adam übernommen und in den diesjährigen Monatsanweisungen von Jos Guth treffend interpretiert.  Die Grundlagen dieser Betriebsweise lassen sich auf alle Beutensysteme übertragen.  Es muß darum gehen mit Hilfe der Betriebsweise möglichst viel Altwaben (=belastetes Wachs) auszuscheiden (= den Wachskeislauf öffnen) um dann belastetes Restwachs und unbelastetes-(= neu von den Bienen ausgeschwitztes) Wachs von vornherein während der Saison zu trennen. Anschließend fließt nur dieses neue Wachs in Form von Mittelwänden in das Volk zurück. Die Methode steht im Gegensatz zur gängigen Praxis, wo dunkle Waben via Honigraum aus den Völkern ausgeschieden werden. Vorerst erscheint manches ungewohnt. Und



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