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bezeichnen, bestenfalls als „Zuchtrassen auf der Basis von Carnica, Ligustica...."etc. Mit den einstigen Naturrassen der jeweiligen europäischen Länder könnte man in weiten Teilen unserer Kulturlandschaften keinen Honig mehr ernten. Auch das äußere Erscheinungsbild, obwohl oft als Zeugnis aufgerufen, kann einer halbwegs kritischen Betrachtung über die Jahrzehnte nicht standhalten. Die Bezeichnung „natürliche Rassen" ist unter westeuropäischen Verhältnissen irreführend da sie den tatsächlichen Gegebenheiten nicht entspricht.


Renaturierung einstiger geographischer Rassen

Ich möchte meine Vorstellung zum Begriff „natürliche" oder „naturnahe" Population nicht vorenthalten. Meiner Meinung nach ginge es hier eher um eine Art Renaturierung. In den jeweiligen Ursprungsländern (und sonst nirgends!) könnten und sollten gut entschädigte Reservate eingerichtet werden: Abgegrenzte Gebiete, welche naturgegeben nur ein Minimum an Landwirtschaft gestatten, wo von imkerlicher Seite mit einem Minimum an Betriebsweise und sonstiger menschlicher Einwirkung eine weitgehend natürliche Selektion stattfinden könnte, wo die Natur also eine Population formen, - oder besser -  zurückformen könnte. Für derartige Vorhaben wären weder sogenannte geschützte Ländergrenzen noch riesige Trachtgebiete von Nöten. Vielmehr guter Wille und das nötige Gefühl für Bienen und deren Bedürfnisse. Eine reizende, sinnvolle Aufgabe für Wissenschaft und Praxis wäre es allemal.


Weiter heißt es im Bericht: Carnica und Ligustica wären in ihrem Bestand nicht ernsthaft gefährdet. Das sehe ich ganz anders! Man sage mir bitte, wo gibt es Carnica und Ligustica als natürliche Rassen, in ihrer annähernd einstigen Form, heute noch?

Wo ist folglich der Sinn in der Betonung „natürliche Rassen" dieses Berichtes zu suchen? Sehen wir weiter!


Stellenwert der Kombinationszucht.

Am Ende des Abschnittes kommen die Berichterstatter auf die Buckfastbiene zu sprechen. Um den Kontrast zu den „natürlichen" Rassen zu betonen, wird von einer „Kunstrasse" gesprochen. Die Kunstrasse welche sich laut Bericht „auf regelmäßige Einkreuzungen außereuropäischer Bienen", nämlich aus der südlichen Türkei stützt.

In Wissenschaftlerkreisen ist es sehr wohl allgemein bekannt, dass

· die Weiterführung der Buckfastbiene in der Regel und auf breiter Ebene durch Reinzucht erfolgt.

· in der Kombinationszucht nicht fremde Rassen als solche, sondern Neukombinationen, erzüchtet über eine Reihe von Generationen aus parallel zum Grundstamm geführten Rassenkreuzungen, in den Grundstamm eingeführt werden, sofern sie Verbesserungen der Eigenschaften bringen.

· zu diesem Zweck bei einigen Buckfastzüchtern unter anderem Material aus der nördlichen Türkei (Sinop, çanciri und Bayburt) in züchterischer Bearbeitung  ist.



Der Zuchtverband der Buckfastzüchter

In den folgenden Abschnitten des oben genannten Artikels über die Zuchtverbände und die Zuchtaktivitäten der einzelnen Rassen wurde die Buckfastbiene mit ihrer europäisch orientierten Organisation (über 1200 aktive Mitglieder aus 10 Verbänden und 9 Ländern), die Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB), schlichtweg übersehen. Laut Erhebung vom März 2005 befinden sich

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