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wie uns die Praxis anhand der allseits diskutierten hohen Völkerverluste in Europa vergegenwärtigt. Für unsere Versuche war es wichtig, Völker mit hohem Befall über die Jahre hinweg führen können, ohne dass diese Zerfallserscheinungen bekommen. Durch Zerfallserscheinungen wäre eine starke negative Beeinträchtigung der Nachbarstände nicht ausgeschlossen. Mit jedem toten Volk im Frühjahr fehlen zudem die notwendigen Milben, um eine neue Prüfgeneration aufbauen zu können. Es ist überhaupt nicht so einfach, Völker mit vielen Milben über den Winter zu bekommen. Erreicht wird dieses Ziel durch eine laufende Verstärkung der Testvölker bei Bedarf, ab Ende Juli mit gesunden unbehandelten Jungbienen. Allwöchentlich werden die Völker also kontrolliert und, falls erforderlich, mit Bienen (gleichzeitiger Abbau der Sommerzuchtstation) ergänzt. Die Königinnen derjenigen Völker welche am längsten ohne Verstärkung auskommen, kommen als Zuchtmütter in Frage, sofern andere Volksparameter wie Sanftmut und Leistung stimmen. Anfang Oktober erfolgt die Umweiselung mit besamten Töchtern der Vorjahrssieger. Im Frühjahr dann werden alle Völker dieser Stände unter sich in der Volksstärke ausgeglichen. Somit ist ein weitgehend einheitlicher Start ins neue Prüfjahr sichergestellt. Auf diesen Ständen kommen also Nachzuchten zur Prüfung, deren Vorfahren in der Auslese besonders positiv hinsichtlich Milbenbefall und Krankheitsresistenz auffielen. Überwiegend handelt es sich um die 2001 begonnenen Primorskikreuzungen. Chronologie der Versuchsreihe zusammenfassend: In Abstimmung mit dem Service Sanitaire der FUAL, · 22 Völker seit Herbst 2000 nicht behandelt, beweiselt wurden diese Völker im Herbst 2001 und im Frühjahr 2002 mit vorgeprüften Primorski x Buckfast F1 Kreuzungen. Die meisten Völker brachten 2002 kaum Honig (Schäden) und mussten ab Anfang August verstärkt werden. 16 Völker überlebten. · 3 Völker (168, 169, 171) bestanden diesen Test sehr gut.. Nicht nur die verhaltene Vermehrung der Milben sondern auch Sanftmut, Schwarmverhalten und Ertrag stimmten. Sie hatten im Frühjahr 2003 einen nur mäßig hohen Varroabefall, auf dem gleichen Niveau wie 2002, und zeigen keine größeren Schädigungen. Alle drei standen den Mitgliedern der Zuchtgruppe als Zuchtmütter für die nächste Generation der Kombinationszucht zur Verfügung. · Im Sommer 2003 gab es den bisher höchsten Befall der Völker. Sie brachten keinen Honigertrag. Nur durch massive Verstärkungen konnten die 16 Völker am Leben gehalten werden. Im Oktober schien die Überwinterung trotz hohem Milbenbefall gesichert, alle Völker wurden mit besamten Nachzuchten von P168 umgeweiselt, 15 überlebten den Winter. · Im Frühjahr 2004 wurde das abgängige Volk ersetzt mit Bienen der restlichen Völker (keine Waben aus behandelten Völkern!). Bis August verringerte sich erstmals der Varroadruck in mehreren Völkern, nur 4 von 16 mussten verstärkt werden. Einzelne Völker brachten eine geringe Ernte aus der Sommertracht. Besonders auffällig war Volk 166 (.03-P168 ins B214), bei insgesamt sehr guter Auswertung war es im Herbst 2004 bez. Volksstärke nicht von unbehandelten Völkern zu unterscheiden. · Im Frühjahr 2005 waren erneut 2 Völker tot. Sie wurden wie oben beschrieben ersetzt. Weitere Völker waren schwach. Nach dem Ausgleichen Anfang April besetzten die 16 Testvölker 4 bis 5 Dadantwaben. Volk 166 konnte Bienen und Brut abgeben und blieb dennoch auf 7 Waben. Die gute Königin 166 verblieb im Volk, am 27 April larvte ich davon um, um das Zuchtmaterial zu sichern. Von 98 Jungköniginnen wurden 25 besamt, der Rest standbegattet. |

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