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Ende Juli vom Gamander eine geringe Ernte.

· Bis Ende August sahen die Testvölker fast normal aus, geringe Varroaschäden waren an einzelnen Jungbienen zu sehen. Eine Verstärkung war nicht vorgesehen. In der ersten Septemberwoche trat erneut massiver Virenbefall auf. Da nur noch wenig Bienen zum Verstärken zur Verfügung standen bleibt die Überwinterung ungewiss. Alle Testvölker wurden Anfang Oktober (zu spät ?) mit Nachzuchten von P166 umgeweiselt.

· Heute, am 7. Dezember sitzen die meisten Testvölker, wenn auch deutlich geschwächt, ruhig in der Wintertraube. 4Völker pflegen Brut, was Böses ahnen lässt.

Die Teststände werden periodisch von Dr. Weis in Augenschein genommen. Vielen Dank an dieser Stelle für sein unkompliziertes Engagement!

Vorläufige Ergebnisse:

· Die intensive Selektion führte zu einer deutlichen Verschiebung der Problemzeit:
- Zu Beginn der Varroaepidemie waren in unserer Imkerei regelmäßige Behandlungen nach Mitte Juli für viele Völker zwingend notwendig.
- Heute treten in unseren selektierten Zuchtstämmen erste Probleme (Virusinfektionen, welche normalerweise den Tod der Völker bedeuten) nicht vor Ende August auf.

· Einzelne Völker der selektierten Zuchtlinie kommen mit sehr hohem Milbenbefall zurecht. Dieser Befall reduziert sich (Kontrolle - Gitterböden) im Spätherbst auffallend (Milbenkrankheit bei sehr hoher Milbenpopulation?) und die Völker überleben, wenn auch deutlich geschädigt. Solche Völker dienen im Folgejahr erneut als Zuchtmütter, sofern die restlichen Prüfdaten dies hergeben. Ich möchte die übrigen Errungenschaften unserer Zuchtarbeit nicht auf dem Altar der Varroatoleranz opfern.

· Offensichtlich vermehren sich die Milben in der Arbeiterinnenbrut etlicher Völker kaum. Oft sind in solchen Völkern das ganze Jahr über nur die Drohnenecken befallen, erst später, in Ermangelung von Drohnenbrut verstärkt auch die Arbeiterinnenbrut.

· Am Beispiel von Volk 166 und dessen Nachzuchten habe ich versucht darzustellen, dass sich der Milbenbefall eines Volkes in den Monaten nach einer Umweiselung spontan senken kann. Dies ist keine Einzelbeobachtung! In wiefern das Zuchtmaterial hier die entscheidende Rolle spielt, oder/und die physiologische Verfassung der betreffenden Völker, werden wir innerhalb der nächsten Jahre klären müssen. Mit Sicherheit sollte man derzeit nicht von varroatoleranten Bienen sprechen, ich kann damit jedenfalls nicht dienen.

· Die Selektionsarbeit muss weiter geführt werden. Ich möchte die Zahl der Überlebensstände verdoppeln. In Zeiten von Honigüberschuss sollte dies als Investition in die Zukunft angesehen werden.


7. 12 2005                                                                                         Paul Jungels

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