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Mein Großvater reiste in den 1920 er Jahren nach Holland um mit einer besonders guten Milchkuh seinen Viehbestand aufzufrischen. „Houere Miel gët houere Pangisch", pflegte später mein Vater zu sagen. Die Milchkühe unseres zu kleinen Betriebes waren Herdbuchkühe. Manch schöner Zuchtbulle ging aus der Herde hervor.

Anfang der 1980 er Jahre war luxemburgischer Honig -im Gegensatz zu heute- bekanntlich absolute Mangelware. Als ich mit den Gedanken spielte, Milchkühe und Schweine durch Bienenvölker zu ersetzen, war klar, dass das Vorhaben „Berufsimkerei" nur mit Hilfe bestmöglicher Bienenherkünfte, durch Zuchtauslese angepasst an unsere Klima- und Trachtverhältnisse, gelingen könnte. Das jahrelang ersparte Honiggeld wurde in ein teueres Besamungsgerät investiert. Berufsimker Berthold Nengel, den wir bei der Familie Modert in Münsbach kennen lernen durften, ergänzte das theoretische Wissen mit praktischer Erfahrung und brachte Annette Guth und mir im August 1982 die Besamung von Bienenköniginnen bei. Etliche unserer Zuchtlinien von heute lassen sich lückenlos bis zu diesen Anfängen zurückverfolgen.


Ist Hochleistung in der modernen Landwirtschaft vergleichbar mit Hochleistung in der Imkerei?

Die Gerüchteküche brodelt: Schlagwörter wie „Hochleistungsbienen ....... Antibiotikabehandlungen, speziale Betriebsweisen"  sind willkommenes Kanonenfutter. Manch unbescholtener Bürger neigt zum Einstimmen, oftmals ohne den differenzierten Blick hinter die Kulisse: Was bedeutet Leistung in der Landwirtschaft? Bei Bienen? Wie kommt sie zustande und warum?

Leistung in der modernen Landwirtschaft spiegelt im Wesentlichen den durch die Genetik ermöglichten Stoffwechsel eines Einzeltieres unter vergleichbaren, optimierten Bedingungen wieder. Etwa: Rauh- und Kraftfutter zu Milch. In modernen Zuchtbestrebungen spielt zudem das Nachhaltigkeitsprinzip, wie der Direktor der ASTA dankenswerterweise ergänzte,  eine ausschlaggebende Rolle.

Die Leistung eines Bienenvolkes hingegen wird im Wesentlichen bestimmt durch die Anzahl der  Sammlerinnen im Bienenvolk zum richtigen Moment. Wir Imker haben kaum Einfluss auf das Nahrungsangebot (natürliche u. landwirtschaftliche Flora des Umfeldes) und keinen Einfluss auf das Klima. Die Leistung eines Bienenvolkes kann man als Ergebnis kollektiver Einflüsse von innen (Volksgemeinschaft) und eher unberechenbarer Gegebenheiten von außen (Kultur- und Naturlandschaft, Witterung) betrachten.


Der Selektionsdruck der Natur als Vorbild für unser Schaffen?

Der Selektionsdruck der Natur bezieht sich auf sämtliche Strategien welche das Überleben und die Verbreitung der jeweiligen Art ermöglichen (Evolutionstheorie nach Darwin). In unseren Breiten geht Überlebensfähigkeit  für Honigbienen einher mit ihrer Vorratshaltung, wofür Leistung (als Ergebnis von Vitalität u. Volksstärke, Krankheitsresistenz und Findigkeit) die Grundlage bildet. Zudem sind wir in der glücklichen Lage, dass andere erstrebenswerte Zuchtziele, wie z.B. Sanftmut und Schwarmträgheit, der Leistung genetisch nicht im Wege stehen. Es sei denn, diese Eigenschaften werden durch einen Mangel an Lebenskraft, etwa durch übertriebene Reinzucht oder durch Inzucht hervorgerufen.


Selektionsdruck der Natur, Wirkungsweise:

· Ausschaltung aller leistungsschwachen Völker durch Verhungern.

· Ausschaltung aller krankheitsanfälligen und sonst wie schwächelnden Völker (Überwinterung, Durchlenzung und Räuberei).

ApisJungels  ©

Verweichlichte Bienen und Genverarmung als Folge
intensiver Zuchtverfahren (?).

Nach einem Vortrag auf der FUAL Imkertagung in
2. 10 05 in Capellen/Mamer.



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