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Zwei grundsätzliche Möglichkeiten sind uns daher gegeben: 1) Konsequente Aufgabe/Ablehnung der betriebstechnischen züchterischen Errungenschaften, ... zurück zur passiven (naturnahen) Imkerei: Also geeignet große Hohlräume (Beuten) bevölkern, die Bienen bauen Naturwabenbau (oder auch nicht, sehe ich bei sauberem Mittelwandwachs als untergeordnet), keine Fütterung (Selektionsdruck der Natur walten lassen), Ernte des Überschusses im Frühjahr kurz vor der Tracht, Naturvermehrung durch Schwarm nach Belieben des Volkes (nicht des Imkers, daher keine Schwarmvorwegnahme etc), Standbegattung der Königinnen. Nur so kann die Natur (ausreichend großes Kerngebiet vorausgesetzt) die jeweilige Naturrasse selektieren, eventuell sogar zurückformen zu einstiger Vitalität und Lebenskraft. 2) Konsequente Aufnahme von Selektion und zielgerechter Vermehrung in die alltägliche Imkerpraxis. Bedeutet: konsequent jede unterdurchschnittliche Königin des Bestandes bei jeder Gelegenheit ersetzen durch Nachzuchtköniginnen aus überdurchschnittlich leistungsfähigen und vitalen Völkern. Ob dabei zu kontrollierter Paarung gegriffen wird hängt im Wesentlichen vom Ehrgeiz der Zuchtziele ab. In jedem Fall aber ist die gezielte Nachzucht vom Besten ein Arbeitsschritt, dem sich kein verantwortungsbewusster Imker entziehen kann. Ein sinnvoller Zwischenweg zu 1) oder 2) scheint mir ausgeschlossen. Schlussfolgerungen und Zusammenfassung 2) Die Züchtung von Bienen verlangt aus fachlicher Sicht nach einer, zur üblichen Nutztierzucht, differenzierten Sichtweise, hauptsächlich wegen: · dem spezifischen Begriff der Leistung, · der Jungfernzeugung von Drohnen, · der Mehrfachpaarung der Königinnen, · der Tatsache, dass wir ein Volk mit speziellen Verwandtschaftsverhältnissen und einmaligem Eigenschaftskomplex, - und nicht dessen Einzelwesen- beurteilen, · der extremen Inzuchtgefährdung des „Biens". Wir müssen wissen, dass unsachgemäße Reinzucht und Inzucht bei Bienensippen innerhalb kürzester Zeit ebenfalls zur Entartung führen. Mit dem oben beschriebenen Resultat: Überwinterungsverluste, Krankheitsanfälligkeit (Nosema, Brutkrankheiten u. A.), Leistungsschwäche, ....... Da aus vielerlei Gründen der passiven Imkerei keine nennenswerte Zukunft zugestanden werden kann (es sei denn in eingeschränktem Umfang zur Naturrassenerhaltung in spezifischen Regionen), müssen wir Imker uns dem Ausgleich zur fehlenden Naturselektion stellen. Dabei müssen die Zuchttechniken den Bedürfnissen des Biens angepasst werden. Um einer Genverarmung mit allen Folgen entgegenzutreten sollten: · Viele Imker Auslese und gezielte Vermehrung von vielen guten Zuchtmüttern in ihre Betriebsweisen integrieren. · Genetische Breite und Variation gefördert, nicht bekämpft werden (z. B. durch falsche Rassenideologie). · Ständige Anpassung der Zuchtziele und der Arbeitsweise an das sich ändernde Umfeld „Natur" als Voraussetzung zum Erfolg angesehen werden. Eine zweckdienliche Schulung der neuen Imkergeneration in diese Richtung ist erforderlich. 2. 10 2005 Paul Jungels |

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