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Wir imkern mit Buckfastbienen.....


Mit imkern begann ich 1968, des Nachbarn 3 Völker, „Landbiene", ohne Einfluss von Zucht und Auslese, galt es zu bezähmen. Ab 1969 bezog ich (via meinen Imkerpaten Nic. Maillet) Carnica Königinnen von Frau Johanna Sklenar aus A- Mistelbach. Ein unglaublicher Fortschritt zu den nicht selektierten Landbienen meiner Heimat. Vital, sehr entwicklungsfreudig und trotz Schwarmlust im Blätterstock leistungsfähig, ohne die damals bei uns allgegenwärtige Kalkbrut. 1975/76, nach der Umstellung auf große Beuten und Freiaufstellung, bezogen einige Imker aus Luxemburg „Buckfast" aus den USA und aus Israel. Ich durfte umlarven. Der Unterschied zur damaligen Carnica war bemerkenswert. Besonders bezüglich Volksstärke, Schwarmträgheit, Baulust, Honigablagerung und vor allem die sagenhafte Sanftmut. Diese „Handelsbuckfast", sehr wahrscheinlich verkreuzt mit „all american - Ligustica",  war aber sehr verschwenderisch. Richtig zufriedenstellend wurden unsere Bienen nachdem wir (dank Günther Ries) Br. Adam 1984 persönlich kennen lernen- und daraufhin, ab 1985, aus Buckfast Abbey Eistücke und Sperma importieren durften. Einige Jahre zuvor erlernte ich die instrumentelle Besamung. Etliche unserer Zuchtlinien von heute lassen sich genealogisch lückenlos auf dieses Material aus Buckfast zurückverfolgen. Die Ertragsvölker unserer Berufsimkerei sind heute nahezu 100 % mit besamten Königinnen beweiselt, stehen alle in intensiver Zuchtauslese. Regelmäßig werden auch heute, zum Vergleichen, Carnica- Linien namhafter deutscher und österreichischer Züchter bei uns eingeweiselt.


Herkunft der Zuchtrasse Buckfast:

Die ganze „Prof. Armbruster / Bruder Adam-Geschichte" ist wohldokumentiert, an vielen Stellen auch im Internet nachzulesen. Sie muss und kann hier nicht wiederholt werden obwohl sie am Anfang meiner Darstellung stehen sollte. Bis Ende der 80 er Jahre garantierte

Br. Adam den Bestand an Buckfast - Zuchtmaterial weltweit. Die Buckfastbiene von heute ist genealogisch auf Importe der 1970er bis Ende der 1980er Jahre aus dem Kloster Buckfast zurückzuführen (Register der europäischen Buckfastzuchtverbände, www.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/elver).

Methodisch ist das Kombinationszuchtverfahren bis heute der Idee von Prof. Armbruster und der praktischen Arbeit von Bruder Adam zuzuordnen. Die Philosophie der sog. Buckfastzucht beinhaltet, parallel zur Erhaltungszucht oder Reinzucht des Zuchtfortschrittes, maßgeblich auch die ständige Weiterentwicklung des Zuchtstammes (dynamisches Zuchtverfahren). Dies geschieht zweckmäßig, wie in allen anderen Bereichen der Landwirtschaft auch, durch weitere Kombinationszucht. Versuchskreuzungen bilden die Basis dieser Arbeit. Der Grundstamm kann so bei Bedarf ständig weiter angepaßt, weiterentwickelt und verbessert werden. Was nicht heisst, dass zwangsläufig und ständig alles Mögliche eingekreuzt würde.


Der Zuchtweg, die Kombinationszucht

umfasst folgende 3 Zuchtstufen, welche eine Einheit bilden:

· Stufe 1- Rassenkreuzung: Die Kreuzungen von bestimmten geographischen Rassen oder Zuchtrassen (entsprechend dem Zuchtziel) mit der aktuellen Buckfastbiene gelten als Ausgangsbasis einer jeden weiteren Kombinationszucht. Dieses Material trägt nicht den Namen „Buckfast", es gilt als Kreuzung. Diese Versuchskreuzungen werden separat vom Grundstamm geführt.

· Stufe 2- Auslese von erbfesten Neukombinationen: Das Zusammenfügen über mehr oder weniger intensive Inzucht der als wertvoll erkannten Verbindungen über eine Anzahl von Generationen bildet, nach strenger

Deutsches Bienenjournal 2/2006,
Schwerpunktthema Züchtung, original Wortlaut des

veröffentlichten Artikels