|
|
|
|

|
ApisJungels © |
|
|
|
|
|
Seite 4/5 |
|
führen zu weiteren Annäherungen...". Die erwähnte Philosophie des „dynamischen Zuchtverfahrens" kommt den kreativen Bedürfnissen einer praxisorientierten Zuchtarbeit am ehesten nach. Und sie beinhaltet in höchstem Maß die hierzu unentbehrlichen Freiheiten. Von daher sehe ich in der Kombinationszucht das größere Potential und die bessere Perspektive im Vergleich mit anderen Zuchtverfahren. Buckfastbienen und die viel diskutierte Beutenfrage. Selbstverständlich setzen betriebstechnische Maßnahmen die moderne Imkerei in die Lage, Bienenvölker nahezu nach Rezept zu führen und einzusetzen, also Problemlösung durch Betriebstechnik. Parallel dazu bleibt die Möglichkeit und Notwendigkeit der genetischen Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und an neue Bedürfnisse bestehen, also Problemlösung auf züchterischem Weg. Grundsätzlich kann man Buckfastbienen in allen Beuten und mit allen Betriebsweisen erfolgreich halten, welche dem Einzelvolk eine uneingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit ohne allzu große Störungen sicher stellen. Der Züchter wird sich aber hier für einen gangbaren Weg entscheiden müssen: Ein zu viel an Betriebstechnik trübt den Blick für wirkliche Sachverhalte und innere Zusammenhänge. Zwei Beispiele: Die Varroose sowie die Schwarmverhinderung. Ohne Behandlungsmaßnahmen kommen wir mit der Varroa derzeit nicht ohne Weiteres zurecht. Erfolgen die Behandlungen gedankenlos, d.h. ohne Kontrolle und Überprüfung des Milbenabfalls, und ohne den Bezug des Milbenabfalls zu weiteren Volksparametern, können keinerlei Schlüsse den Weg in die Sackgasse anfälliger Völker ausbremsen. Ähnlich verhält es sich mit Schwarmverhinderungsmaßnahmen: Wer beim Auftreten der ersten Schwarmzellen Zwischenableger bildet, wird womöglich schwarmfrei über die Runden kommen. Die unterschiedlichen Reaktionen der Völker wird er jedoch nie erfassen lernen. Je schwarmträger seine Biene von der genetischen Disposition her ist, desto sicherer fällt der Erfolg des betriebswirtschaftlichen Schachzuges allerdings aus. Die Betriebsweise in Beuten mit großen Brutwaben und störungsfreier Entfaltungsmöglichkeit für jedes Volk kommt zweifelsfrei der Qualität der Beurteilung der Völker - und damit der Qualität der Zuchtarbeit - zugute. Die wirklichen Vorteile dieser „Einfachstbetriebsweise", welche sich im wesentlichen an den Bedürfnissen des Volkes orientiert, bestehen in einer enormen Arbeitserleichterung: Nur einen Brutraum überwachen, keine Ablegerkästen, Brutzargen, Zwischenböden etc. schleppen, pro Volk wenige Rähmchen herrichten. Die Kontrollen dauern pro Volk wenige Minuten. Während der Saison gilt die Hauptarbeit der Honigernte. In den ergonomischen Flachzargen lässt sich diese mit allen Vorteilen der Erntemechanisierung vereinfachen. Arbeitsintensive Arbeiten am Volk, wie Bauerneuerung und Umweiselungen, werden vor und nach der Hauptsaison erledigt. Zum Tragen kommen diese Vorteile aber nur, wenn die betreffende Biene passt. Auch deshalb arbeiten wir mit Buckfastbienen. 25. 11 2005, Paul Jungels Bilder nächste Seite |