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ApisJungels © |
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„Stirbt die Biene, stirbt der Mensch..." Eine Ergänzung zum internationalen Gabrielle Lippmann Symposium „Bienen: Agrikultur und Biodiversität" |
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Ob die markante und vielzitierte Aussage tatsächlich von Einstein stammt sei dahin gestellt und ist eigentlich unbedeutend. Biologen in aller Welt schlagen seit etlichen Jahren Alarm: Der Industrialisierung folgt, für die Mehrzahl der Menschen im Verborgenen, ein beängstigender Schwund an Lebensarten und Lebensformen in Fauna und Flora. Auch die mit 80 Prozent der Biomasse erfolgreichste Lebensform, die Insekten, ist betroffen. Am augenscheinlichsten und auffälligsten für jeden Naturfreund ist die Abnahme der Bestäuberinsekten in unseren Ziergärten und Obstanlagen. Bestäuberinsekten haben im Laufe der Evolution eine Schlüsselstellung errungen: Achtzig Prozent aller Pflanzenarten sind bei der Samenbildung auf Fremdbestäubung angewiesen. Sie haben, um Insektenbeflug zu erreichen, faszinierende Techniken entwickelt. Parallel hierzu evoluierten hunderte Arten von - meist solitär lebenden - Wildbienen, darunter wahre Bestäuberspezialisten. Allgegenwärtig und gleichsam überragend in diesem Gefüge die „Generalistin" in Bestäubungsfragen, die staatenbildende Honigbiene als die vollkommene soziale Lebensform: Das Bestäubungssystem liegt wie ein haltendes Netz über Natur- und Kulturlandschaft. Dieses engmaschige lebensspendende Netz wird angesichts der forcierten Veränderungen der Kulturlandschaft der vergangenen Jahrzehnte zunehmend weitmaschig und hierdurch instabil, mit den oben zitierten Folgen. Die soziale Lebensform der Honigbiene ist das Ergebnis einer über 40 millionenjährigen Evolution, sie gilt allgemein als ausgereift und sehr stabil. Die Honigbiene fungiert somit als zuverlässiger Bioindikator. Das Bienensterben, durch das oben zitierte vermeintliche Einstein Zitat medial hochgepusht, löst daher nicht nur bei Wissenschaftlern weltweit Unbehagen aus. Jeder monokausale Erklärungsversuch des Phänomens „Bienensterben" wird aber an der komplexen Realität vorbeigehen. Einflüsse von Außen, - das veränderte Umfeld Unsere Kulturlandschaft ist seit Jahrhunderten einem ständigen Wandel unterworfen. Man betrachte alte Fotos und vergleiche beispielsweise die ungleich kleinere Strukturierung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, sichtbar durch die versetzten Abholzungsphasen in Waldgebieten. Die heutigen geschlossenen und überalterten Waldgebiete bieten zweifelsfrei nicht annähernd vergleichbaren biologisch vielfältigen Lebensraum. Die politisch gewollte globale Billiglebensmittelproduktion führt unweigerlich zu immer ausgeprägterer Industrialisierung der Landwirtschaft. Diese wiederum kann nur einhergehen mit Rationalisierung. Billigproduktion setzt Mechanisierung voraus. Große Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden sind unabdingbar in einer Gesellschaft, die nur noch gut 10% ihres Einkommens für Ernährung ausgeben möchte. Wie hoch der gesellschaftliche Druck auf die Landwirtschaft ist, zeigt die rezente Diskussion um die Erhöhung der Preise von Milchprodukten. Die direkten und indirekten Negativeffekte (Pestizidverschmutzung und Artenschwund) werden, weil vorerst unsichtbar, von Politik und Gesellschaft unbewusst in Kauf genommen. Für die gesamte Insektenwelt geradezu fatal (weil kaum selektiv anwendbar) ist der zunehmend großflächige Einsatz von hochspeziellen verborgenen Insektiziden. So kann etwa die spezifische (u. a. Imidacloprid/Gaucho) Beizung des Saatguts die viel später heranwachsende Kulturpflanze vor Schadlausbefall schützen. Der Verdacht ausgeprägter Nebenwirkungen auf das gesamte Bodenleben und auf eine Reihe von Nutzinsekten ist französischen Studien zufolge berechtigt. Noch dramatischer wird der |