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ApisJungels  ©



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schen Völkerverlusten der 1960 er Jahre folgte einzig aus Impulsen der Berufsimkerpraxis heraus und gegen den massiven Einfluss der etablierten Wissenschaft, bei Berufsimkern die grundlegende Abkehr von Zucht- und Betriebstechnik der Nachkriegszeit im deutschen Sprachraum. Leider fehlte die Konsequenz der Einflussnahme auf die gesamte Imkerei. Bis heute geblieben sind nämlich die vielfach ideologisierten Zuchtprogramme der Freizeitimkerverbände: Unter weitgehender Missachtung der populationsgenetischen Bedürfnisse der Bienen werden an oft verschwindend kleinen Beständen genetisch eingeengte Rassenreinzuchten erstellt und der breiten Imkerschaft zwecks Breitenvermehrung zur Verfügung gestellt. Belegt wurde die fehlende genetische Anpassung an verändertes Klima, Krankheiten und Parasiten dieser Bienenherkünfte eher ungewollt in einem Varroose -Überlebenstest an 14 europäischen Bienenherkünften in den Jahren 2000 bis 2003 (Büchler et al.)auf der kroatischen Insel Unije: Die Mehrzahl aller Völker überlebte den ersten Winter aufgrund von Varroose- und Virenbefall nicht. Die bei weitem besten Überlebensergebnisse erzielten trotz widrigster Umstände die auf privatwirtschaftlicher Basis gezüchteten Kombinationszuchten aus Luxemburg - Deutschland und aus Frankreich. Diese Ergebnisse sind weltweit vielfach bestätigt durch Erfahrungen und Befunde solider Imkerpraxis.


Massive Herbst- und Winterverluste

Die erwähnten Versuchsergebnisse stellen nicht mehr dar als ein Fingerzeig. Massive Herbst- und Winterverluste wie sie bei Honigbienen heute weltweit zu verzeichnen sind, müssen als Ergebnis multifaktorieller Missstände gesehen werden. Obwohl die Imkereistruktur bei uns im Vergleich zu Überseeländern unvergleichlich ist, zeigen sich weltweit gewisse Parallelen: Der durch die erwähnten äußeren Umstände geschwächte und an neue Gegebenheiten genetisch schlecht angepasste Superorganismus Bienenvolk reagiert empfindlich und für viele Imker unberechenbar auf scheinbar harmlose Versäumnisse. Gesellen sich im Jahresablauf beispielsweise zu ungeeigneter Nahrungsgrundlage (ungeeignete Pollennahrung) und schädigenden Einflüssen von außen, im Spätjahr Varroamilben, gegen welche die Honigbiene bis dato zu wenig Gegenwehr besitzt, und damit einhergehend Virenbefall, steht der Imker innerhalb weniger Tage ratlos vor leeren Bienenkästen.

Gegen die erwähnten und verdrängten Negativeinflüsse unserer Industriegesellschaft ist der einzelne Imker natürlich machtlos. Gemeinsam, und als Teil der Landwirtschaft, sitzen Imker mit Landwirten langfristig im gleichen Boot. Eine finanzwirtschaftliche und politische Aufwertung der Nahrungsmittelproduktion ist die Voraussetzung nachhaltiger Produktionsmethoden. Als politisch gesellschaftliche Zielsetzung bedürfte dies langem Atem und Weitsicht. Derzeit und bis auf Weiteres hat im menschlichen Bewusstsein der westlichen Länder allerdings Freizeitgestaltung und Mobilität jeglicher Art Vorrang, trotz aller verbalen Beteuerungen um Artenschwund und Klimawandel.

Grundlage aller Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Produktion (inklusive Imkerei) ist m.E. der Erhalt und der Respekt der Biodiversität, der Lebens- und Artenvielfalt. Dies ist für viele Menschen, fixiert und getrieben auf ihre eigene Produktionsoptimierung in allen Sparten, offenbar schwer verständlich. Auch die genetisch verschiedenen Bienenherkünfte sind weltweit in ihrem Bestand nicht nur weitgehend verweichlicht, sondern auch ernsthaft gefährdet. Gerade deshalb sind es weder ideologisierte Rahmenkämpfe noch eine folkloristisch anmutende Bienenkorbromantik welche der Imkerei neue Perspektiven verleihen können. Vielmehr ginge es, wie auch in der Landwirtschaft, um eine weitsichtige, solide, fachlich hochwertige und zeitgemäße Ausbildung der Basis.