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ApisJungels © |
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Zwei Beobachtungen bewegen Imker und Wissenschaftler seit Beginn der Varroaepidemie: · Zum einen die Tatsache, dass sich die Milben in vielen Völkern scheinbar zügellos vermehren während bei einzelnen Völkern bei gleicher Führung eine derart unbedeutende Vermehrung der Milben stattfindet, und eine Behandlung nach Ablauf der Saison eigentlich überflüssig erscheint. · Zum Anderen die beunruhigende Beobachtung, dass im Laufe der Jahre zunehmend viele Völker bereits bei bescheidenem Varroabefall zu kränkeln beginnen, derweil auch heute noch viele Völker einen Sommerbefall von mehreren tausend Milben schadlos überstehen sofern Anfang bis Mitte August eine wirksame Entmilbung erfolgt. Weltweit wurde und wird bis heute die Erblichkeit für Varroatoleranz relevante Verhaltensmuster erforscht und auch bestätigt. Demnach besteht die Möglichkeit, unsere Bienenstämme schrittweise durch geeignete Auslese der Elterntiere zu verbesserter Varroaverträglichkeit hin zu selektieren. Angesichts der Tatsache, dass wir derzeit unsere Bienenvölker nur mittels Einsatz mehr oder minder bienenfeindlicher milbentötend wirkender Fremdstoffe vor massiven Schäden bewahren können sowie im Hinblick auf unser Bestreben möglichst reine Bienenprodukte zu gewinnen ist verbesserte Varroatoleranz ein sinnvolles wenngleich komplexes Unternehmen. Wohlgemerkt, dieser Beitrag behandelt nicht betriebstechnische Aspekte wie Schwarmbienenzucht, Ablegerbildung, Drohnenbrutschneiden u. A., welche zweifelsfrei bei richtiger Handhabung positiven Einfluss auf die Milbenvermehrung ausüben. Betriebstechnische Maßnahmen der Völkerführung jeglicher Art unterliegen immer dem Nachteil keine nachhaltige Lösung eines Problems darzustellen. Ganz zu schweigen von anderen schwerwiegenderen Nachteilen. Vorbedingungen Ziel aller Selektion und Zucht ist die gezielte genetische Anpassung an eine gegebene Lage. Grundlegende Vorbedingung effektiver Selektion ist die Gleichstellung der zu vergleichenden Völker in physiologischer Hinsicht sowie eine effektive Ausschaltung möglichst aller Nebeneffekte in Bezug zu den zu beobachtenden Eigenschaften. Vorbedingung für Selektionsarbeit ist daher Methode und System in der Betriebsweise. Der österreichische Carnicazüchter Harald Singer erwähnte anlässlich eines Vortrages beim KV Capellen 2001 in diesem Zusammenhang den enormen Vorsprung der Buckfastzüchter in Europa: nahezu alle arbeiten in ganz ähnlichen Beuten bei ganz ähnlicher (Bruder Adam) Betriebsweise und erreichen hierdurch natürlich eine hohe Vergleichbarkeit ihrer Resultate. Für die Praxis gilt: Altvölker, Jungvölker, abgeschwärmte Völker, geschröpfte Völker, frisch umgeweiselte Völker, Ableger, Schwärme, Drohnenvölker, dazu Völker in verschiedenen Beutensystemen und Betriebsweisen kann man nicht vergleichen. Man muss den Betrieb, oder zumindest den zu prüfenden Stand als Einheit aufbauen und bewirtschaften: · nur Völker gleicher physiologischer Verfassung, · gleiche Beute und Betriebsweise, · gleiche Varroabehandlung im Vorjahr. In unserem Betrieb werden bei allen Völkern nach dem hinreichend bekannten Schema elf Kriterien bis Jahresende bewertet. Hinzu kommt bei potenziellen Zuchtmüttern eine weitere Überwinterung. Mindestens fünf Bewertungen spielen eine größere Rolle in Bezug auf Varroatoleranz. |
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Auslesekriterien für verbesserte Varroatoleranz in der Imkerpraxis Fotos Seite 5/5 |