Standbegattung extrem sanftmütig sind. Auch Buckast x Carnica- Kreuzungen bleiben sehr sanftmütig, die reziproke Kreuzung wohl noch ruhiger, und das über viele Generationen. (Vergl. dazu auch die veröffentlichen Versuche der deutschen Institute.)

Negative Aufspaltungen, und nicht nur hinsichtlich der Stechlust, gibt es allerdings nicht nur bei Rassenkreuzungen wie oft gerne behauptet wird. Sondern genau so oft auch bei Paarungen zwischen verschiedenen Zuchtpopulationen derselben Rasse. Sie können immer dann auftreten wenn eine geschlossene Zuchtpopulation, aus welchen Gründen auch immer, geöffnet wird für neues Material (siehe Carnica - Paarungen in Jugoslawien für Norddeutschland), sowie auch bei Standbegattungen jeder Art.

Ich darf hier den Zuchtbeirat des DIB, Herrn Thiesler, zitieren aus einem Beitrag in der "Neuen Bienenzeitung" Nr. 7/91 über die "Kombinationseignung verschiedener Linien  der norddeutschen Carnicapopulation" Neben etlichen positiven Ergebnissen bei Linienpaarungen (also innerhalb der gleichen Rasse) auch folgende Erfahrungen. Ich zitiere wortgetreu:

"Eva  ENGLERT zu diesen Ergebnissen: - Erfahrungsgemäß bekommt man bei Linienkreuzungen meist gute Ergebnisse, aber eben nicht immer. Mehrjährige Beobachtungen haben gezeigt, daß sich die Celler Linie sowohl für eine Kombination mit der Peschetz als auch mit der 03 eignet. Werden aber von der 03 weitere Folgegenerationen gezogen, sinkt die Leistung meist auf einen Mittelwert, aber die Schwarmneigung bleibt. Kombinationen zwischen der Celler Linie und der Hoffmann Linie haben sich nicht bewährt. Die Völker waren unruhig, die Schwarmneigung nahm zu und die Leistung war unausgeglichen."

Dann erwähnt Herr THIESLER zusätzlich ein Beispiel: "- Einige Kombinationen haben sich nicht bewährt, sie führen zu unruhigen, aggressiven  Völkern. Beispielsweise haben sich die Kombinationen der Norddeutschen Troiseck - und Peschetzlinien mit verschiedenen Sklenarlinien nicht bewährt, dagegen brachten die untereinander gepaarten Sklenarlinien gute Ergebnisse."

Ähnliche Beispiele könnte ich aus meiner eigenen Praxis mit guten reinen Österreichischen Herkünften zitieren.

Und Herr Tiesler weiter in seiner Schlußfolgerung: "- Voraussetzung für ein Funktionieren  dieses Systems ist die Erhaltung der verschiedenen Linien. Wie schnell eine Kombinationseignung verloren geht, mag ein Beispiel der Celler Zucht zeigen: Im Jahre 1966 wurde über Wangerooge erstmals Lunzer Material angepaart. Es kam zu erheblichen Leistungssteigerungen. In den Folgejahren wurde Wangerooge weiter beschickt. Die Leistungssteigerungen blieben jedoch aus."



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