Das Organisatorische

Die 220 Ertragsvölker unserer Berufsimkerei sind auf 27 Stände verteilt. In vielen Bereichen ähnelt die Betriebsorganisation unserer Ertragsvölker der bestens bekannten Betriebsform von Wolfgang Golz. Unsere kleinen Stände mit je 8 Völkern sind feste Standplätze in verschiedenen Trachtlagen, es wird also nicht mit den Bienen gewandert. Die Betriebsweise in Dadantbeuten wurde in ihren Grundzügen von Br. ADAM übernommen und muß daher nicht im Detail erklärt werden. Sie beschränkt sich (neben ¼ Bauerneuerung und Umweiselung bei Bedarf) im wesentlichen, wie Br. ADAM einst zusammenfaßte, auf "eine bestmögliche Pflege und Überwachung der Ertragsvölker".

Also kein Schröpfen, keine Brutdistanzierung, kein Wabenwechsel zwischen Brut- und Honigraum (somit auch keine Ernte aus varroabehandlungsverseuchtem Wabenbau, davon später mehr), keine Ablegerbildung im üblichen Sinne, auch kein Rotationsprinzip (weil zu aufwendig und zu teuer, bei fehlender Spättracht nicht erforderlich).

Im zeitigen Frühjahr nach den ersten Reinigungsflügen, bei uns gewöhnlich gegen Mitte März (jedenfalls aber vor der Weidenblüte), reinigen wir die Bodenbretter. Gleichzeitig entfernen wir aus dem Brutraum sämtliche unbesetzten oder leeren Seitenwaben. Das Schiedbrett engt das Volk auf der tatsächlich besetzten Wabenzahl ein. Gewöhnlich sind die Seitenwaben um diese Zeit von den Bienen von Futterresten freigetragen. Einzelne Waben mit größeren Futtermengen tragen die Bienen neben dem Schiedbrett oder außerhalb des Kastens innerhalb weniger Tage um. Innerhalb der nächsten Wochen erfolgt die Umweiselung der Ertragsvölker mit vorgeprüften, überwinterten Jungköniginnen der Vorsaison, das Ausgleichen der Völker, sowie die endgültige Zuchtauswahl unter den Altköniginnen. (auch davon später mehr).

Erweiterung der Völker: Generell erhalten die Völker den ersten Honigraum mit ausgebauten Jungfernwaben während der Kirschblüte, immer über Absperrgitter. Die Erweiterung des Brutraums erfolgt nur bei Bedarf, d.h. bei entsprechender Brutausdehnung, am Rande des Brutnestes ausschließlich mit Mittelwänden (durchschnittlich ¼ Erneuerung).  Kurz vor der Sommersonnenwende, also während der Periode maximaler Brutausdehnung geben wir die neuen Brutwaben zum Zentrum hin,



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Unser Ertragsbetrieb
Paul Jungels

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