flüssige Co2. Entsprechend meiner eigenen Erfahrung erhöht eine Unterkühlung der Königinnen (oft hervorgerufen durch das sich verflüchtigende Co2) in diesem Stadium zu einem hohen Prozentsatz die Melanose Infektionen. Wissenschaftliche Klärung wäre hier von Nöten.

Die Königinnen werden immer nur für kurze Zeit, und stets mit etlichen Begleitbienen, aus ihrer Einheit entfernt. Eine längere Käfighaft, oder gar eine Haltung im Brutschrank kommt nicht in Frage. Ich möchte hier nochmals betonen, daß die Handbesamung  nur einen kurzen technischen Eingriff darstellen sollte, nämlich um, in Ermangelung einer sicheren Belegstelle, die unverzichtbare Paarungskontrolle zu ermöglichen.

Die weitere Pflege der Jungköniginnen

Bekanntlich wirkt sich die unumgängliche Co2 Narkose leicht lebensverkürzend aus. Ansonsten gibt es bei der hier aufgezeigten Handhabung der Königinnen  qualitätsmäßig keinerlei Unterschiede zwischen freigepaarten und besamten Königinnen. Im Gegenteil, seit Jahren sind die Besamten unsere Zuverlässigsten und wir haben kaum noch Ertragsvölker mit standbegatteten Königinnen.

Ein Unterschied sollte allerdings speziell hervorgehoben werden: Offensichtlich reifen besamte Königinnen langsamer aus, stellt sich die endgültige Pheromonbildung später ein als bei ihren natürlich gepaarten Schwestern. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Schwierigkeit der Einweiselung von jungen besamten Königinnen in starke Ertragsvölker. Um Verluste zu vermeiden sollten besamte Königinnen mindestens 10 Wochen in Eiablage sein bevor sie in Ertragsvölker eingeweiselt werden. Die 4er Einheiten mit der beschriebenen  Betriebsform kommen uns hier entgegen.

Die qualitätsbestimmende Entwicklung einer Königin ist mit der Ablage der ersten Eier nicht abgeschlossen. In der Folgezeit durchläuft sie eine sehr empfindliche Entwicklungsphase. So fand ich immer wieder bestätigt, daß Königinnen welche über längere Zeit in Kirchhainer Begattungskästchen verweilen mußten später, und auch im Folgejahr, nicht die Vitalität und Fruchtbarkeit erreichten wie Königinnen der gleichen Serie in Ablegern unter normaler Entwicklungsmöglichkeit. Das gleiche trifft zu für Jungköniginnen die kurz nach Beginn der Eiablage in starke Ertragsvölker eingeweiselt werden. Ganz zu schweigen von der Schwierigkeit der Annahme in diesem Stadium ihrer Entwicklung. Offensichtlich sind frisch begattete, besonders aber frisch besamte Königinnen den Anforderungen in großen Ertragsvölkern vorerst nicht gewachsen, sie verbrauchen sich vorzeitig.

Jedem praktizierenden Imker ist auch bekannt, daß Jungvölker, welche sich harmonisch mit der Jahreszeit aufbauen - bis hin zum Einwinterungsvolk - nicht nur



Seite  5 / 6



Home/Index             Unsere Imkerei         Bienenprodukte         Züchtung         Pubikationen       

ApisJungels  ©