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selten auch im Verhalten der Bienen. Ich gehe davon aus: Fast jeder Züchter wird diese bessere Volk als Zuchtvolk für die weitere Generation auswählen. Und dies um so sicherer, je mehr Degenerationserscheinungen der Zuchtstamm aufgrund von Inzuchtproblemen aufweist. Der Verdacht, dass unbewußt und viel öfters als man dies wahrhaben will, dem eigentlichen Bedürfnis des Bienenvolkes nach Fremdpaarung im Nachhinein Rechnung getragen wird, ist begründet. IV. Wie können wir uns Klarheit verschaffen? Die übliche Merkmalsüberprüfung wird in der Regel dort versagen, wo das Bienenmaterial der Umgebung merkmalsmässig an den Zuchtstamm angeglichen ist. Etwa ein Carnica Zuchtstamm inmitten einer Gegend mit carnicabetonter Landbiene. Ja, diese Konstellation favorisiert die Möglichkeit unerkannter Fehlpaarungen geradezu, da die Überwachung ungemein erschwert wird. Für viele Züchter ist die Reinheit ihres Zuchtstammes wie die legendäre heilige Kuh. Wird man eine Überprüfung des geglaubten überhaupt wollen? Die systematische Überprüfung aller deklarierten Reinzuchtstämme über eine Zuchtperiode von sechs Generationen per DNA Analyse dürfte heute kein Problem darstellen. Derartige Ergebnisse müßten eigentlich jeden gewissenhaften Reinzüchter interessieren. V. Was passiert in natürlichen Populationen ? Die Natur züchtet auf Erhaltung und Verbreitung der Art. Vor diesem Hintergrund sind die Zuchtziele der Natur an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepaßt. Die einstigen Naturrassen sind auf diese Weise entstanden. In einigen Bereichen entfernt sich die moderne Imkerei von den Zuchtzielen der Natur (z. B. Sanftmut). Aber wir befinden uns innerhalb der Landwirtschaft auch hier in einer Sondersituation: die Basis der angestrebten Zuchtziele bei Honigbienen sind mit denen der Natur im Einklang. Da die Haltungsbedingungen des "Nutztieres" Honigbiene nicht standardisierbar sind und die Honigbiene ihre Leistung weitgehend ohne Zutun des Pflegers erbringen muss (im Vergleich zu anderen Nutztieren), berücksichtigen wir zum Teil ähnliche prioritäre Zuchtziele wie die der Natur, z. B. Überwinterungsfähigkeit, Vitalität, Flugkraft Krankheitsresistenz u.a. Die heute vielfach geforderte äußere Einheitlichkeit spielt in der Natur dagegen nicht die geringste Rolle. Entsprechend war - und ist sie in Naturpopulationen auch nicht gegeben. Das eigentliche Problem bei der Züchtung von Honigbienen bleibt die Inzuchtproblematik. Jeder erfahrene Züchter, der auf mehr oder weniger sichere |
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